Ergebnishaushalt

Periodisierung/Periodenreinheit

In der Ergebnisrechnung steht das Prinzip der periodengerechten Darstellung im Vordergrund.

Anders als in der Kameralistik spielt nicht mehr der Zahlungsfluss eine Rolle für den Ansatz von Erträgen und Aufwand sondern deren wirtschaftliche Zuordnung. 

 

Der Grundsatz der Periodenabgrenzung ist als allgemeines Abgrenzungskonzept zu verstehen, unter das alle Rechnungslegungsprinzipien mit abgrenzender Wirkung zu subsumieren sind.

Dazu gehören die folgenden 3 Teilkonzepte:

  • das Realisationsprinzip für Erträge,
  • der Grundsatz der sachlichen Abgrenzung für Aufwendungen und
  • die Ansätze zur Verteilung zeitraumbezogener Aufwendungen und Erträge.

Das Realisationsprinzip regelt unter Berücksichtigung der Bilanzierungs-fähigkeitskriterien den Zeitpunkt der Erfassung von Erträgen. Die diesen Erträgen direkt zurechenbaren Aufwendungen sind nach dem Grundsatz der sachlichen Abgrenzung in jener Abrechnungsperiode zu erfassen, in der auch die zugehörigen Erträge erfasst  werden. Der Grundsatz der sachlichen Abgrenzung regelt den Ansatz der Herstellungskosten sowie die Bildung von Rückstellungen.

Diese drei Teilkonzepte des Periodisierungsgrundsatzes unterliegen stets der Restriktion der Bilanzierungsfähigkeitskriterien.

 

Erträge und  Aufwand werden in jener Abrechnungsperiode erfasst, zu der diese wirtschaftlich zuzurechnen sind. Dies ist insbesondere der Fall bei:

  • einem Leistungsaustausch zum Zeitpunkt, in dem die Kontrolle übergeht (Lieferschein, förmliche Übergabe),
  • Personalaufwand zum Zeitpunkt des Erwerbs des Anspruches (durch die laufende Tätigkeit wird ein Anspruch auf Gehalt, aber auch auf Jubiläumsgelder erworben),
  • einem Transfer zum Zeitpunkt in dem die Kontrolle übergeht (Fördervertrag, Übergabe bei Schenkung, Testamentseröffnung) und Bedingungen erfüllt sind,
  • bei Abschreibung verteilt über den Zeitraum der Nutzung des Vermögenswertes,
  • bei Zinsen für den Zeitraum für welchen diese anfallen,
  • bei Dividenden und ähnlichen Gewinnausschüttungen zum Zeitpunkt des Gesellschafterbeschlusses (Hauptversammlung).

Wirtschaftliche Betrachtungsweise

Für die Bilanzierung ist der wirtschaftliche Gehalt eines Geschäftsfalls ausschlaggebend, nicht unbedingt die rechtliche Form.

Dieser Grundsatz ist auf die Zuordnung von wirtschaftlichem Eigentum und Schulden sowie für die wirtschaftliche Würdigung von Sachverhaltsgestaltungen anzuwenden (z.B. Leasingvereinbarungen, Abgrenzung von Eigenmittel und Schulden).

 

Erfassung eines Geschäftsfalles

Von einem Geschäftsfall spricht man, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind:

  • der Geschäftsfall wird erfasst durch Übergang der Kontrolle und
  • dem Geschäftsfall muss ein Wert zugeordnet werden.

Daraus folgt, dass kein Geschäftsfall in der Ergebnisrechnung erfasst wird, für den nicht ein Wert mit einem angemessenen Erhebungsaufwand ermittelt werden kann. Dieser Wert steht im einfacheren Fall auf einer Rechnung oder einem Lieferschein oder er wird in einem Vertrag geregelt. Darüber hinaus gibt es weitere Bewertungsmethoden.

Bei einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (fair value) sind auch Schätzungen zulässig. Diese müssen von sachverständigen Personen unter Angabe der Schätzmethode und Beschreibung der Qualifikation der sachverständigen Person im Anhang erläutert werden.

 

Kann dem Geschäftsfall kein Wert zugeordnet werden, dann wird dieser nicht in der Ergebnisrechnung erfasst (z.B. unentgeltliche Beistellung von Personal).

 

Ressourcenaufwand und Ausgaben

Der Ressourcenaufwand gliedert sich in operativen Ressourcenaufwand und Finanzergebnis.

Der operative Ressourcenaufwand setzt sich zusammen aus:

  • den Transferleistungen,
  • dem Personalaufwand und
  • dem Sachaufwand einschließlich der Abschreibungen und Wertminderungen.

Der Ressourcenaufwand stellt den Einsatz (Personal) und den Verbrauch (Material) in der Abrechnungsperiode dar. Unter Ausgaben versteht man die in der Abrechnungsperiode geleisteten Zahlungen. Beide stehen nur bedingt im direkten zeitlichen Zusammenhang. So können Aufwand und Zahlung beinahe übereinstimmen, nämlich dann, wenn kurze Zahlungsfristen als vereinbart gelten (laufende Löhne und Gehälter).

In anderen Fällen werden beide weit auseinander fallen. Dies ist z.B. der Fall, wenn Ansprüche (Jubiläen) durch laufende Arbeitsleistung erworben werden, diese jedoch erst nach Jahren ausgezahlt werden. Hier entsteht der Ressourcenaufwand mit der Arbeitsleistung, denn dadurch wird der Anspruch erworben. Die Ausgaben entstehen zum Zeitpunkt der Auszahlung (Auszahlung von Jubiläumsgeldern).

Einen deutlichen Unterschied zwischen Ressourcenaufwand und Ausgaben gibt es bei der Anschaffung von Sachanlagen. Hier fallen die Ausgaben mit den in Verträgen verhandelten Zahlungen zusammen. Unabhängig davon kann und wird in der Regel die Lieferung des Vermögenswertes sein. Mit der Inbetriebnahme und der damit beginnenden Nutzung des Vermögenswertes beginnt der Ressourcenaufwand. Dieser findet über die gesamte Nutzungsdauer statt. In der Ergebnisrechnung wird der Ressourcenaufwand als laufende Abschreibung sichtbar.

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© Dipl. oec. Anke Wittig