Grundstücksrasterverfahren

 

Wann wende ich das Grundstücksrasterverfahren an?

  • Bei der Erstellung der Eröffnungsbilanz
  • Es ist verwaltungsökonomisch sinnvoll, wenn
  • die Anschaffung lange zurück liegt und Anschaffungskosten nicht mehr eruiert werden können
  • eine Veräußerung nicht bevorsteht und deshalb auch keine Gutachten vorliegen
  • die Gebietskörperschaft über viele (300) oder sehr viele (20.000) Grundstücksflächen verfügt
  • die Gebietskörperschaft über wenige Grundstücksflächen verfügt, aber davon ausgeht, dass diese nicht anders zu bewerten sind als vergleichbare Grundstücke im öffentlichen Eigentum

Das Rasterverfahren ermöglicht die Bewertung vieler (ab 300) oder sehr vieler (20.000) Grundstücksflächen.

 

Diese werden in geographische Gebiete mit vergleichbarer Nutzung und ähnlichen Grundstückspreise eingeteilt und mit einem Basispreis bzw. den festgelegten Zu- oder Abschlägen bewertet.

 

Das Rasterverfahren entspricht den Regelungen des § 39 Abs. 2 VRV 2015 (BGBl. II Nr. 313/2015). Die Vorgehensweise beim Rasterverfahren orientiert sich auch an den International Public Sector Accounting Standards (IPSAS 17/98).


Welche Vorteile hat es gegenüber einer internen plausiblen Wertfeststellung?

  • Zeit- und kostensparend
  • Das Verfahren wurde erfolgreich bereits für 130.000 Grundstücksflächen durchgeführt
  • Das Verfahren ist haushaltsrechtlich zulässig und wurde durch den Rechnungshof bereits umfassend geprüft
  • Das Verfahren berücksichtigt spezifische Erfordernisse einer Gebietskörperschaft (es können Werte für Einzelflächen, Grundstücke, Einlagezahlen oder Rasterwerte für Katastralgemeinden zur Verfügung gestellt werden.)
     

Der Gesamtwert der (sehr) vielen Grundstücke aus der Rasterbewertung ist vergleichbar mit der Summe der Werte aus theoretischen Einzelgutachten für diese (sehr) vielen Grundstücke. Eine Vergleichbarkeit eines Einzelwertes für eine Einlagezahl aus der Rasterbewertung mit einem Einzelgutachten ist grundsätzlich nicht gegeben. Man kann davon ausgehen, dass der Wert aus Einzelgutachten für ein Grundstück darüber oder darunter liegen wird, weil hier Besonderheiten aus der Besichtigung vorort wertmindernd oder werterhöhend enthalten sind. Solche Wertminderungen/-erhöhungen gleichen sich statistisch über viele Grundstücke aus.

 

Basispreise stehen für die rd. 7.850 österreichischen Katastralgemeinden (KG) zur Verfügung. Diese wurden aus den durchschnittlichen Transaktionspreisen und den Benutzungsarten/Nutzungen aller Grundstücke der jeweiligen österreichischen Katastralgemeinde gewonnen, sofern in einer KG zumindest 10 Transaktionen stattgefunden haben. Anderenfalls wurden die Basispreise einer darüber liegenden Verwaltungseinheit  herangezogen. Diese sind etwa die politische Gemeinde, der Gerichtsbezirk, der politische Bezirk, der VA- Sprengel oder das Bundesland. Den Basispreisen liegt die Annahme zu Grunde, dass die Einteilung der Flächen in Benutzungsarten in den verkauften Flächen sich so verhält wie die Einteilung der gesamten Fläche einer österreichischen Katastralgemeinde.

 

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© Dipl. oec. Anke Wittig