FH Lehrgang - Theorie und Anwendung der VRV 2015

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Nutzen

Der Lehrgang richtet sich an Be-schäftigte der Finanzabteilungen
der öffentlichen Verwaltung und Berufsaspiranten, um diese bei der Umsetzung des neuen Haushaltsrechts praxisorientiert zu unterstützen. Sie lernen, wie Sie die bereits system-unterstützten Standardprozesse mit weiteren neuen Elementen für die Vermögensbewertung und die periodengerechte Darstellung im Ergebnishaushalt ergänzen und wie
sich das ESVG 2010 auf den neuen Voranschlags- und Rechnungsquer-schnitt auswirkt.

 

 

Inhalt

In den 8 Modulen erhalten Sie kompaktes Wissen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der VRV 2015 und den anwendbaren Bewertungsmethoden, ESVG 2010
und zur Umsatzsteuer für öffentliche Gebietskörperschaften. Es werden Praxisbeispiele für die Bewertung von Vermögen und Schulden und Excel Modelle anhand von Musterdaten sowie zahlreiche Buchungsbeispiele vorgestellt.

 

Kosten

EUR 1.650,00 zzgl. USt.

 

Module

Der Lehrgang findet im Frühjahr 2017
an der FH Campus Wien statt. Zum Abschluss können Sie eine freiwillige Prüfung zur zertifizierten VRV 2015 Expertin oder zum zertifizierten VRV 2015 Experten ablegen.

 

 Anmeldung

 E-Mail:
 nadja.froemel@fh-campuswien.ac.at

 Tel. +43 1 606 68 77-3707

 

 Veranstaltungsort

 FH Campus Wien
 Favoritenstraße 226
 1100 Wien

 

 Lehrgangsleitung

 Dipl. oec. Anke Wittig
 Expertin für Öffentliches
 Haushaltsrecht und
 Investitionsvorhaben
 www.wittignet.at

 E-Mail:

 anke.wittig@wittignet.at 

 anke.wittig@edu.fh-campuswien.ac.at

 

Hochschulzertifiziert durch:

FH Campus Wien

 

 

Vorkenntnisse

Grundlagen der Buchführung/Rechnungswesen oder berufliche Praxis im betrieblichen
oder kameralen Rechnungswesen

 

 

Abschlussklausur

Zur freiwilligen Zertifizierung zur
VRV 2015 Expertin oder zum
VRV 2015 Experten
müssen Sie
eine Abschlussklausur schreiben.    

10. Juni 2017, FH Campus Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Modul 1 
Einführung in das neue Haushaltsrecht


Dr. Anton Matzinger, Dipl. oec. Anke Wittig, Christian Schleritzko, MSc
Donnerstag, 6. April 2017, 13:15 bis 16:30 Uhr, FH Campus Wien


Mit der Umstellung der Voranschläge und Rechnungsabschlüsse werden Länder und Gemeinden erstmals Vermögen und Schulden in einer Eröffnungsbilanz vollständig gegenüberstellen. Auf der Vermögensseite werden Verwaltungsvermögen und Vermögen mit öffentlichem Nutzen dargestellt. Die Schulden umfassen die Finanzschulden, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

 

Die Vorlesung informiert über die Weiterentwicklung VRV 2015 auf kommunaler Ebene. Dort bedarf es einer Reihe von Regelungen zur Klärung von Detailfragen der Haushaltsführung.

 

  • Der Weg zur neuen VRV
    • Notwendige Arbeiten im Zeitablauf
    • Rechtliche Grundlagen für Öffentliche Gebietskörperschaften
    • Gemeindespezifische Umsetzung
  • Die Erstellung einer Eröffnungsbilanz
    • Vorbereitung und Bewertungen, welche vor dem Stichtag erfolgen können
    • Bewertungen, welche zeitnah vor dem Stichtag erfolgen können
    • Bewertungen, welche nach dem Stichtag erfolgen können
  • Weiterentwicklung der VRV für die kommunale Ebene

Modul 2
ESVG 2010 und Aufbau des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts


Dipl. oec. Anke Wittig
Mittwoch, 12. April 2017, 9:50 bis 13:00 Uhr, FH Campus Wien


Neben den vielfach bekannten kameralen Buchungen, die sich ähnlich im Finanzierungshaushalt wiederfinden, haben alle Geschäftsfälle Auswirkungen auf den Ergebnis-/Vermögenshaushalt. Fortführend zu den allgemeinen Rahmengrundsätzen im ESVG 2010 und den daraus veränderten Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt werden Buchungsbeispiele erläutert und im Anschluss geübt.

 

  • Allgemeine Rahmengrundsätze in ESVG 2010 und VRV 2015
    • Einführung ESVG 2010
    • Aufbau des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts
    • Anschaffung/Veräußerung von Sachanlagen
    • Umbewertung im ESVG 2010 aus Wertverlusten/-gewinnen
  • Buchungsbeispiele zu ESVG 2010 mit Auswirkungen auf alle Haushalte und den Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt
  • 1. Übung zu Buchungen und Darstellung aller Haushalte und des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts
  • Weiterführende allgemeine Rahmengrundsätze

Modul 3
Personal, Personalrückstellungen, Pensionsprognose


Dipl. oec. Anke Wittig
Mittwoch, 19. April 2017, 09:50 bis 13:00 Uhr, FH Campus Wien

 

Für die Darstellung von Pensionen existieren zwei grundlegende Konzepte. Beide Konzepte sind sehr langfristig angelegt. Die Vorlesung informiert ausführlich über Inhalte und Grenzen der Aussagekraft. Beide Konzepte für die Darstellung von Pensionen werden anhand allgemeiner Daten getestet und ausgewertet.

 

Die Bildung von Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumszuwendungen hat Auswirkungen auf den Ergebnishaushalt und den Vermögenshaushalt. Deren Berechnung ist somit bereits für den ersten Voranschlag Modul wird ein Excel Modell für die Bewertung von Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläums-zuwendungen vorgestellt.

 

  • Personal in der VRV 2015
    • Laufender Personalaufwand
    • Rückstellungen für nicht in Anspruch gemnommene Urlaube, Abfertigungen und Jubiläumszuwendungen
    • Langfristige Pensionsprognosen
  • Langfristige Pensionsmodelle - Gegenüberstellung der beiden Konzepte: 
    • Konzept 1: Jährliche Pensionszahlungen über 30 Jahre
    • Konzept 2: Rückstellung für Ansprüche auf Pensionsleistungen
  • Das Anwartschaftsbarwertverfahren
     
  • Berechnungsmodelle 

Modul 4
Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Risiko und Haftungen


Dipl. oec. Anke Wittig
Donnerstag, 4. Mai 2017, 13:15 bis 16:30 Uhr, FH Campus Wien

 

Verbindlichkeiten entstehen sowohl in der doppelten Buchführung als auch bei der Anwendung von Überleitungsmodellen aus der Kameralistik. Was muss für die Einhaltung der rechtlichen Regelungen beachtet werden? Der Vermögenshaushalt sieht die Bildung von Rückstellungen vor. Wann müssen sie gebildet werden und wie hoch sind diese? Welchen Einfluss hat das auf den Ergebnishaushalt?

 

  • Abgrenzung der Begriffe Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Risiko und Haftungen
    • Verpflichtung, Verpflichtungsereignis und Wert
    • Verbindlichkeiten und Rückstellungen in der VRV
    • Unterschiede der Rückstellungen und Risiken zum UGB
  • Haftungen und Rückstellungen für Haftungen
  • Rückstellungen in der VRV
    • Besonderheiten bei der Einschätzung der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme
    • ESVG zur Berücksichtigung von Prozesskosten
  • Buchungsbeispiele zu Rückstellungen mit Auswirkungen auf alle Haushalte und den Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt
  • 2. (Haus-)übung zu Buchungen und Darstellung aller Haushalte und des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts

Modul 5
Bewertung von Gemeindeanlagen


Dipl. oec. Anke Wittig, Dipl. Ing. Sandra Schwarz, MRG
Donnerstag, 11. Mai 2017, 13:15 bis 16:30 Uhr, FH Campus Wien

 

In den Verhandlungen zur VRV 2015 wurde die Einführung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise und des wirtschaftlichen Eigentums häufig als schwierig eingeschätzt. Die Handhabung soll anhand von Beispielen erleichtert werden. Weiters werden vereinfachte Methoden für die Bewertung in der Eöffnungsbilanz vorgestellt.

 

  • Sachanlagen in der VRV
    • Wirtschaftliches Eigentum
    • Anschaffungs- und Herstellungskosten
  • Vereinfachte Bewertung in der Eröffnungsbilanz
  • Darstellung von Investitionen
    • Investitionen im ESVG 2010
    • Investitionen im Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt
    • Investitionen im Finanzierungshaushalt
  • 3. (Haus)-übung zu Buchungen und Darstellung aller Haushalte und des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts
  • Leasingmodelle
    • Abgrenzung operating Leasing und Finanzierungsleasing
    • Darstellung im Rechnungsabschluss

Modul 6
Umsatzsteuer bei öffentlichen Gebietskörperschaften


Mag. Christian Weber, PWC, Mag. Annemarie Shepherd-Krammer
Mittwoch, 17. Mai 2017, 09:50 bis 13:00 Uhr, FH Campus Wien

 

Im Workshop werden die rechtlichen Grundlagen der Umsatzsteuer für öffentliche Gebietskörperschaften unter Berücksichtigung der aktuellen Judikatur vorgestellt und anhand praktischer Beispiele erörtert.

 

  • Nationale und unionsrechtliche Grundlagen
  • Abgrenzung unternehmerischer/nicht unternehmerischer Bereich
  • Vermietung und Verpachtung
  • Zuschüsse, Subventionen und Förderungen
  • Vorsteuerabzug
  • Leistungsbeziehungen zu ausgegliederten Rechtsträgern​

Modul 7 
Von der Vermögensbewertung zum Rechnungsabschluss – der Prozess der Umstellung


MMag. Ewald Klösch
Mittwoch, 24. Mai 2017, 9:50 bis 13:00 Uhr, FH Campus Wien

 

Die Umstellung auf VRV 2015 ist ein Prozess, der nicht losgelöst in einem neuen System bei Null beginnt. Vielmehr besteht die Notwendigkeit nachzuweisen, dass im Zuge der Systemumstellung alle bisher erfassten Sachverhalte – wenn auch in einer neuen Form der Darstellung – vollständig weitergeführt werden.

 

Die systematische Darstellung der Überleitung des bestehenden kameralen Systems in das neue Dreikomponenten-System erweist sich in der Praxis als wertvolles Hilfsmittel. Sie dient nicht nur dem Nachweis der Vollständigkeit sondern ermöglicht zusätzlich die Abstimmung des bestehenden Systems auf Inkonsistenzen, die bisher nicht zwingend aufgefallen sind. Vor allem dient sie aber als Schulungsinstrument für die Änderungen, welche die Systemumstellung im konkreten Fall mit sich bringen (Lernen an Beispiel der eigenen Echtdaten).

 

Wir beschreiben gemeinsam den Prozess der Umstellung aus der Perspektive des Praktikers. Das vorhandene kamerale Wissen ist Grundlage für eine selbstbestimmte und ressourcenschonende Systemumstellung.

 

  • Die Phasen der Umstellung
    • Vermögensbewertung (Phase 1)
    • Eröffnungsbilanz als Rohbilanz mit Konsistenzprüfung (Phase 2)
    • Ergänzung der Eröffnungsbilanz um die neuen VRV 2015 Elemente (Phase 3)
  • Vom Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt zum Dreikomponenten-System
    • Zentrale Rolle des Querschnitts
    • Anwendung der SOLL und IST Werte
    • Haushaltshinweise
    • Überleitung in den Ergebnis- und Finanzierungshaushalt
  • Überleitung in den Vermögenshaushalt
    • Ableitung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem bestehenden Rechnungsabschluss
    • Zusammenführung mit der Vermögensbewertung
    • Schnittstellen zwischen Vermögenshaushalt und Ergebnishaushalt
    • Schnittstellen zwischen Vermögenshaushalt und Finanzierungshaushalt
    • Konsistenzprüfung der drei Komponenten.

Modul 8
Beteiligungen und wirtschaftliche Unternehmungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit


Dipl. oec. Anke Wittig, Mag. Veronika Meszarits, IfÖR
Donnerstag, 8. Juni 2017, 13:15 bis 16:30 Uhr, FH Campus Wien

 

Unter Beteiligungen werden jedwede Einrichtungen mit eigener Rechtspersönlichkeit verstanden, auf die ein Land oder eine Gemeinde die Kontrolle inne hat, einen maßgeblichen Einfluss ausübt oder einen Anteil daran trägt. Gemeinsam mit den wirtschaftlichen Unternehmungen, Betrieben und betriebsähnlichen Einrichtungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit vervollständigen Beteiligungen das Gesamtbild einer Gebietskörperschaft.

 

Hierbei ist die Ausübung der Kontrolle von besonderer Bedeutung und kommt in der VRV 2015 gleich zweimal vor. Beiden gleich ist die Möglichkeit, die Finanzpolitik und die operativen Tätigkeiten bestimmen zu können und einen Nutzen aus der Beteiligung zu ziehen.

 

Während dies bei Kapitalgesellschaften mit einem Anteil von mehr als 50 % oder weiterführenden Verträgen, welche auf andere Art und Weise die Kontrolle sichern, gegeben scheint, ist dies bei verwalteten Einrichtungen, wie Anstalten, Stiftungen und Fonds, genauer zu betrachten. Diese Rechtspersonen haben keinen Anteilseigner. Jedoch folgt die VRV auch hier - so wie auch bei der Aktivierung von Sachanlagen - dem wirtschaftlichen Eigentümer.

 

  • Beteiligungen in der VRV
    • Verbundene und assoziierte Unternehmen, sonstige Beteiligungen und verwaltete Einrichtungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die der Kontrolle unterliegen
    • Anteiliges geschätztes Nettovermögen
    • Neubewertungsrücklagen
    • Angaben im Anhang
  • Definition der Kontrolle im ESVG und in der VRV
  • Darstellung wirtschaftliche Unternehmungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit
    • Möglichkeit der Abgrenzung der wirtschaftlichen Unternehmungen, Betriebe und betriebsähnlichen Einrichtungen vom Kernhaushalt einer Gebietskörperschaft
    • Zusammenfassende Darstellung mit dem Kernhaushalt
  • Buchungsbeispiele zu Beteiligungen mit Auswirkungen auf alle Haushalte und den Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt
  • 4. Übung zu Buchungen und Darstellung aller Haushalte und des Voranschlags- und Rechnungsquerschnitts​
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