Fragen und Antworten zum Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt

 

Querschnitt

Der Voranschlags- und Rechnungsquerschnitt dient der Ableitung des „vorläufigen Maastricht-Defizit“. Auf Basis der Vorgaben der Statistik Austria bezüglich des ESVG 2010 haben sich einige Veränderungen gegenüber der VRV 1997 ergeben.

Operative Gebarung

Soll in der operativen Gabarung tatsächlich auf die Einzahlungen aus Abgaben (bisher: Ist) Bezug genommen werden. Die bisherige Querschnittsrechnung bezog sich auf Soll-Größen. 

Ja, es werden die Einzahlungen aus Abgaben herangezogen. Dies ist nach ESVG 2010 zulässig und wird derzeit einheitlich für alle Gebietskörperschaften so gehandhabt. Die VRV 2015 lässt dies nach § 10 Abs. 2 zu.

Dies soll nach ESVG eine hinreichende Genauigkeit bei der Ermittlung der Höhe sicherstellen. Gerade bei den Abgaben fallen Zahlungen und jener wirschaftliche Zeitraum, auf die sich diese beziehen oft weit auseinander bzw. kommt es zu Ausfällen.

 

Die Querschnittskennziffer 24 und die  Kontenunterklasse 68 betreffen Abschreibungen und Aufwendungen aus der Dotierung von Rückstellungen. Nur  das Konto 688 „Dotierung von Rückstellungen für ausstehende Rechnungen“, wurde laut Anlage 3b mit der Querschnittskennziffer 24 hinterlegt. Warum?

Nach den Vorgaben der Statistik Austria werden die Dotierungen der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und für Betriebspensionen dem Maastricht Defizit zugerechnet, die Dotierung der anderen Rückstellungen jedoch nicht.

Abschreibungen sind nicht Maastricht relevant. Eine Anlageninvestition wird bereits vollständig zum Zeitpunt des Zugangs Maastricht- relevant erfasst. Daher kommt es nicht mehr zu einer Belastung des Maastricht Ergebnisses durch die Abschreibungen.

 

Das Konto 706 „Zinsen für Leasing“ ist der Querschnittskennziffer 25 zugeordnet. Sind dies Zinsen aus Finanzierungsleasingverträgen?

Ja.

 

Finanztransaktionen

Einzahlungen und Auszahlungen werden im Finanzierungshaushalt dargestellt und entsprechen dem Geldfluss und damit den kameralen Ist-Buchungen.

Auch bei Finanztransaktionen können das Datum der Fälligkeit und jenes der Zahlung voneinander abweichen. Bisher wurden die Soll-Größen, die der Fälligkeit entsprechen, im Querschnitt berücksichtigt. 

Einzahlungen und Auszahlungen aus Finanztransaktionen werden dem Maastricht Defizit bei den Abschnitten 85 bis 89 zugerechnet.

Der Ansatz in der Vermögensrechnung wird in der Regel gleichzeitig mit den Auszahlungen und Einzahlungen erfolgen.

Forderungen aus gegebenen Darlehen (zB. Konten 240 bis 249) werden in der Vermögensrechnung zu jenem Zeitpunkt erfasst, zu welchen die Darlehensauszahlung erfolgt. Mit einer tatsächlichen Einzahlung aus der Tilgung von gegebenen Darlehen reduziert sich die Forderung. Offene Forderungen können demnach solche sein, die bereits überfällig oder demnächst fällig oder noch nicht fällig sind.

Verbindlichkeiten aus empfangenen Darlehen (zB. Konten 340 bis 349) werden zu jenem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Gebietskörperschaft eine Einzahlung erhält. Mit einer Auszahlung aus der Tilgung von empfangenen Darlehen reduziert sich die Verbindlichkeit. Offene Verbindlichkeiten können demnach solche sein, die bereits überfällig oder demnächst fällig oder noch nicht fällig sind.

Beteiligungen, Partizipationskapital und sonstige Kapitalanlagen (Konten 080 bis 089) werden in der Vermögensrechnung erfasst, sobald die Gebietskörperschaft das wirtschaftliche Eigentum (§ 19 Abs. 1 VRV) erlangt hat. Dies wird meistens erst nach Zahlung des Kaufpreises vorliegen. Eine Umbewertung von vorhandenen Beteiligungen zum Rechnungsabschluss hat keinen Einfluss auf das Maastricht Defizit. Eine Erhöhung des Beteiligungsansatzes wird gegen die Neubewertungsrücklage/Konto 940 gebucht. Eine Verringerung ebenfalls, sofern es zuvor eine Aufwertung für diese Beteiligung gab; anderenfalls gegen Aufwendungen aus der Bewertung von Beteiligungen/Konto 694.

 

Dem Konto 761 ist laut Anlage 3b keine Querschnittskennziffer, dem Konto 762 ist die Querschnittskennziffer 21 zugeordnet. Worin besteht der Unterschied? Es handelt sich in beiden Fällen um Rückstellungen für Pensionen. Auch dem Konto 818 – Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen – ist in der Anlage 3b keine Querschnittskennziffer zugeordnet.

Nach den Vorgaben der Statistik Austria werden die Dotierungen der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und für Betriebspensionen dem Maastricht Defizit zugerechnet, die Dotierung der anderen Rückstellungen jedoch nicht.

 

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© Dipl. oec. Anke Wittig